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PARACLIMBING UNTERSTÜTZEN

 

Was ist Paraclimbing?

Paraclimbing ist Klettern für Menschen mit Körper- und Sinnesbehinderungen. Das heißt, egal, ob man einen amputierten Arm oder ein ambutiertes Bein, ein Schädel-Hirn-Trauma oder eine Querschnittslähmung hat oder blind ist – das Motto lautet: „Klettern kann jeder!“ In vielen Ländern Europas – wie u.a. Spanien, Italien oder Großbritannien – ist das längst kein Fremdwort mehr, in Österreich steckt Paraclimbing allerdings noch in seinen Kinderschuhen. Zwar gibt es bereits viele tolle Angebote im therapeutischen oder rehabilitativen Rahmen, normale Kletterkurse für Behinderte oder gar Wettkämpfe waren bis Ende letzten Jahres noch nicht existent. Zeit, dass sich hier etwas ändert!

 

 

Wie alles begann …

Im Spätherbst 2015 initiierte der österreichische Kletterverband das „Pilotprojekt Paraclimbing“. Paraclimbing sollte österreichweit auf professioneller Ebene etabliert werden und Menschen mit körperlichen Behinderungen die Möglichkeit geben, Klettern als Sport unter professioneller Leitung auszuführen. Die Organisation und das Training wurde von Franziska und Katharina Saurwein sowie Madeleine Eppensteiner übernommen – ein bunt gemischtes Team hinsichtlich Ausbildung (Ergotherapie, Sportwissenschaften und Sportpsychologie) und alle selbst mit Wettkampferfahrung seit jungen Jahren.

Ende des Jahres 2015, kurz vor Weihnachten fand dann der erste Paraclimbing-Workshop in der Kletterhalle Wörgl statt. Immerhin fünf behinderte Athleten fanden den Weg in die Kletterhalle – und sie waren alle begeistert. Die größte Hürde im Behindertensport liegt, wie so oft, im Anfang: sich selbst zu überwinden und sich zuzutrauen, dass man den Sport tatsächlich ausüben kann – trotz Behinderung. Ein Rollstuhlfahrer gab im Anschluss an den Workshop-Tag das Feedback, er hätte sich nie gedacht, dass Klettern für ihn möglich sein könnte. Jeder wisse doch, dass man zum Klettern die Beine verwenden müsse. Er habe sich deshalb umso mehr gefreut, dass es so gut funktionierte und so viel Spaß bereitet hatte. Man stelle sich vor, er hatte sich in seiner ersten Kletterstunde bis zur 7. (!) Expressschlinge hochhangeln können!

Foto: © Johannes Mair

Der erste regelmäßige Paraclimbing-Kurs findet statt!

Im Frühjahr 2016 wurde erstmals ein Kletterkurs für körperlich Behinderte angeboten – vorerst nur in Tirol. Insgesamt nahmen vier Athleten regelmäßig teil, drei davon starteten Mitte Juli sogar beim internationalen Paraclimbing Masters in Imst. Christian Haselgruber war der einzige Österreicher und startete in der Kategorie Klasse Men AL-1 (seating = Rollstuhlfahrer). Die Bedeutung des Kletterns beschreibt er wie folgt:

„Mein Körpergefühl hat sich, seitdem ich mit dem Klettern begonnen habe, um ein Vielfaches verbessert. Was ich am Klettern toll finde, ist die Tatsache, dass man es nicht alleine machen kann. Es braucht einen Partner, auf den man sich verlassen können muss. Die Herausforderung beim Klettern besteht darin, immer wieder aufs Neue gefordert zu sein. Jede Route ist anders, jede Kletterhalle ist anders und es gibt immer neue Hindernisse und Hürden, die es zu meistern gilt, doch jede gelöste Aufgabe bringt auch ein Erfolgs-Aha mit sich. Die Kraft, die mir das Klettern gibt, kann ich im Alltag vielseitig nützen, es bestätigt mich und lässt mich strahlen. Sobald ich erzähle, dass ich mit dem Klettern begonnen habe, wollen alle mehr erfahren.“

Feedbacks wie diese zeigen einem, dass man am richtigen Weg ist und dass das Projekt auf alle Fälle weiterhin gefördert und weitergebracht werden muss.

Mit Beginn des Herbstsemesters 2016/17 startete der zweite Kurs im Raum Innsbruck – Teilnehmerzahl ist stetig steigend, momentan sind es sechs Teilnehmer mit unterschiedlichen Behinderungen (z.B. Rollstuhl, Sehbehinderung, spastische Lähmung, Versteifung im Knie, Baller-Gerold-Syndrom).

Auf Anfrage kann gerne unser regelmäßig stattfindendes Training besucht werden, um einen konkreten Einblick in den Ablauf zu erhalten. Jeder Athlet hat außerdem die einmalige Möglichkeit, zum Schnuppern vorbeizukommen.

 

Stand der Dinge heute

Mittlerweile haben wir österreichweit Stützpunkttrainings: Dornbirn (Madeleine Eppensteiner), Innsbruck (Ines Kappacher), Linz (wird gerade organisiert), Klagenfurt (Katrin Meyer), Wien (Alex Gauster), Graz (wird gerade organisiert). Außerdem gibt es seit letztem Jahr auch ein offizielles Paraclimbing-Nationalteam, welches von Katharina Saurwein trainiert wird. Bereits 2017 haben einige Athleten bei ihren ersten internationalen Wettkämpfen teilgenommen. Dieses Jahr gibt es zum ersten Mal in Österreich eine Austriacup-Serie im Paraclimbing, die ersten Staattsmeisterschaften fanden 2017 statt.

Wir haben mit einer kleinen Anzahl an Teilnehmern 2015 begonnen und sind stolz darauf, dass mittlerweile an die 30 Personen an Paraclimbing-Kursen teilnehmen.

 

 

Ziele für 2018 und in Zukunft

Nach den nationalen Bewerben findet am 7. und 8. Juli der erste internationale Bewerb dieses Jahres statt – ein Masters in Imst, bei welchem wir mit zahlreichen Athleten vertreten sein werden. Je nach Leistung der Athleten und abhängig davon, ob die Nationalteamkriterien erfüllt werden, wird nach diesem Bewerb das Nationalteam für 2018 offiziell bekanntgegeben. Einige Athleten des Teams werden die Chance bekommen, bei Weltcups dieses Jahr an den Start zu gehen. Sicher ist jedoch, dass alle Kaderathleten bei der WM in Innsbruck – das ganz klare Highlight der Saison – an den Start gehen dürfen.

Wir hoffen, dass sich das Team in den nächsten Jahren weiter vergrößert, dass noch mehr Menschen mit Einschränkungen Freude am Klettern finden und dass das Paraclimbing weiter wächst.

 

Wer übernimmt die Kosten?

Der KVÖ hat ein Budget zur Verfügung, um Kurse, Trainings, Trainer, Trainingslager, Wettkämpfe usw. zu finanzieren. Leider ist dieses Budget jedoch viel zu gering, um die anfallenden Kosten abzudecken. Mittels Crowdfunding 2017 und dank unserem Sponsor Schuh Staudinger konnten wir dieses Budget aufstocken, um den Großteil der laufenden Kosten zu decken.

Dennoch wäre weit mehr möglich, wenn wir mehr Budget hätten. Wir würden gerne vermehrte Trainings anbieten, mehr Athleten zu internationalen Bewerben entsenden und wir möchten darüber hinaus auch ein Nachwuchstraining auf die Beine stellen.

 

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